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Dr. Friederike Quaisser

Rechtsanwältin
Fachanwältin für Verkehrsrecht

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13.10.2021

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) nach Verkehrsunfall – OLG München Urteil 10 U 546/21

Die Bedeutung psychischer Erkrankungen nach Verkehrsunfällen hat in den vergangenen Jahren in der gerichtlichen Praxis zugenommen. Nach der Rechtsprechung ist zur Anerkennung einer psychischen Störung als Unfallfolge eine exakte Diagnose der Krankheit nach einem anerkannten Diagnoseschlüssel erforderlich (BGH, NJW 2015, 2246; BSG, BeckRS 2006, 44071; BSG, NZS 2011, 910; BSG, NZS 2007, 12; OLG München, BeckRS 2011, 11164). Als Diagnoseschlüssel stehen im Bereich der psychischen Erkrankungen die ICD-10 (Diagnosemanual der WHO) oder der DSM V (Diagnosemanual der amerikanischen psychiatrischen Assoziation) zur Verfügung.

Im Hinblick auf die Diagnose der PTBS ergeben sich in den beiden genannten Diagnosemanualen durchaus unterschiedliche Kriterien bezüglich des erforderlichen belastenden Ereignisses, aber auch bezüglich der Beschwerden und klinischen Symptomatik (Übersicht bei Schelter, in: Jahnke/Burmann, Handbuch des Personenschadensrechts, 1. Aufl., 3. Kapitel, Rn. 628 – 641).

Das OLG München befasst sich in seinem Urteil mit den Kriterien, die für die Diagnose einer PTBS nach der ICD-10 gelten. Das sog. A-Kriterium der ICD-10 setzt, wie das OLG ausführt, als objektives Element ein Ereignis voraus, das bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Dieses verhindert nach Auffassung des OLG München die Annahme einer PTBS bei vielen Verkehrsunfällen.

PTBS, OLG München Urteil vom 08.09.2021 – 10 U 546/21

 

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