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Simone Hensen, LL.M.

Rechtsanwältin
Fachanwältin für Versicherungsrecht

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30.10.2020

Sekundenschlaf nicht immer grob fahrlässig - OLG Celle Urteil 14 U 8/20

Ein grob fahrlässiges Verhalten wurde vom OLG verneint. Es sprach zwar viel für einen unfallkausalen Sekundenschlaf. Aber auch ein solcher führt nicht ohne Weiteres zu einer groben Fahrlässigkeit. Das OLG schließt sich der Rechtsprechung des BGH (BGH I ZR 166/04) an, dass auch ein sog. leichtes Einnicken (Sekundenschlaf) nur dann den Vorwurf eines so leichtfertigen Verhaltens begründet, wenn sich der Fahrer bewusst über von ihm erkannte Anzeichen einer Übermüdung hinweggesetzt hat. Dies konnte aber von der darlegungs- und beweisbelasteten Klägerin nicht bewiesen werden. Es ließ sich nicht aufklären, ob der Fahrer Übermüdungsanzeichen ignoriert oder sich darüber hinweggesetzt hat. Anscheinsbeweisgrundsätze kommen nicht zur Anwendung und das bloße Abkommen von der Fahrbahn, dessen Gründe letztlich nicht geklärt sind, ist nicht stets grob fahrlässig (OLG Stuttgart, 7 U 51/05). Die auf § 110 SGB VII gestützte Klage ist daher abgewiesen worden.

OLG Celle, Urteil vom 01.07.2020 - 14 U 8/20

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